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section: 37
x-masysma-name: dcf77_vfd_roehren_bausatz_dcf77_melody
title: DCF77 VFD Röhrenbausatz DCF77 „Melody” mit Gehäuse- und Antennenvariation
date: 2023/02/06 18:19:19
lang: de-DE
author: ["Linux-Fan, Ma_Sys.ma (info@masysma.net)"]
keywords: ["dcf77", "vfd", "bausatz", "melody", "roehre"]
x-masysma-version: 1.0.1
x-masysma-website: https://masysma.net/37/dcf77_vfd_roehren_bausatz_dcf77_melody.xhtml
x-masysma-owned: 1
x-masysma-copyright: (c) 2023 Ma_Sys.ma <info@masysma.net>.
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Einführung
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Wenn man in der heutigen Zeit eine eine Funkuhr mit VFD-Anzeige haben möchte,
gibt es nur wenige Möglichkeiten, an fertige Produkte zu kommen. Es gibt jedoch
einen gut erhältlichen Bausatz, der eine VFD-Röhrenanzeige mit Einzelröhren der
Typen IV-11, IV-6 und IV-18 (und Variationen) bietet:

<https://www.grother.de/bausatz-iv-11-dcf-rtc-melody-neue-version.html>

Diese Seite beschreibt meine persönlichen Erfahrungen mit dem Bausatz und meine
abgewandelte Variante, bei der eine andere Antenne, anderes Netzteil und
anderes Gehäuse zum Einsatz kommen, um eine mechanisch etwas robustere
Gesamtkonstruktion und vielleicht auch verbesserte Empfangscharakteristik zu
erreichen.

Motivation -- Warum überhaupt DCF77 und VFD?
============================================

Dank „Funkuhrenempfang” mit DCF77 kann eine genaue Zeitanzeige bis auf die
Sekunde erreicht werden. Außerdem entfällt das lästige Umstellen zwischen
Sommer- und Winterzeit, da DCF77 die zugehörigen Informationen automatisch
überträgt.

Verglichen mit einer GPS-basierten Lösung ergibt sich der Vorteil eines besseren
Empfangs in Innenräumen, zumindest innerhalb Deutschlands. Gegenüber NTP besteht
der Vorteil, auch ohne Internetverbindung auskommen zu können.

Die VFD-Anzeige ist eher eine Geschmacksfrage: Grundsätzlich habe ich den
Eindruck, dass LCD-Anzeigen und (kostengünstige) Uhren mit Einzel-LED-Anzeigen
oft schlechter ablesbar sind, da sie oft nur einen geringen Einblickwinkel
erlauben. 7-Segmentuhren auf LED oder eben VFD-Basis sind diesbezüglich deutlich
besser. Dabei hat die LED-7-Segmentanzeige den Vorteil der besseren
Verfügbarkeit bei geringeren Anschaffungs- und Betriebskosten. Das VFD
produziert meiner Ansicht nach dafür eine schönere Lichtfarbe (türkies).

Bei Interesse an LED-Uhren muss es nicht unbedingt ein Bausatz sein: Die
„Typ 7” <https://www.die-funkuhr.de/html/typ_7_______________.html> verrichtet
seit Jahren treu ihren Dienst im Arbeitszimmer. Für mich war das Argument, mal
eine VFD-Uhr zusammenzubauen mehr die Experimentierfreude.

Der VFD-Bausatz: „IV-11 DCF, RTC, melody neue Version”
======================================================

Der Bausatz kann in unterschiedlichen Varianten bestellt werden. Mir war die
vollständige Uhrzeit- und Datumsanzeige wichtig, darüber hinaus brauchte ich
keine weiteren Anzeigen oder Extrafunktionen. Von daher habe ich folgende
Bausatzvariante bestellt:

 * 98.00€ IV-11 / IV-6 DCF melody mit 4 x IV-11 und 2 x IV-6 Röhren
 * 34.00€ IV-18 Datumsanzeige, 8 stellig auch für Temperaturanzeige
 * 5.90€ Versandkosten

Die Zahlung erfolgte per Vorkasse und der Versand ging schnell (Bestellung
Sonntag, Versand Dienstag, Lieferung Mittwoch).

## Eckdaten

Die folgende Tabelle stellt ein paar Eckdaten zum Bausatz zusammen. Alle Angaben
zu Gehäuseabmessungen sind exklusive der benötigten Stecker/Biegeradien. Diese
sind entsprechend aufzuschlagen. Den für die mitgelieferten Kabel benötigten
minimalen „Rangierplatz” habe ich in der Zeile _Extratiefe für Anschusskabel_
angegeben.

Beschreibung                   Original/Hersteller     Meine Variante
-----------------------------  ----------------------  ----------------------
Stromaufnahme                  0.450A @12V (= 5.4W)    4W primärseitig*
Abmessungen Bausatz (BxTxH)    235mm x 87mm x 100mm    237mm x 88mm x 102mm
Abmessungen Gehäuse (BxTxH)    275mm x 135mm x 107mm   298mm x 172mm x 198mm
Extratiefe für Anschlusskabel  42mm (PSU), 60mm (USB)  unverändert
Antennenbox (LxBxH)            70mm x 47mm x 27mm      70mm x 60mm x 30mm
Netzteil Primärseite           100--240V max. 0.6A     80--264V typ.max. 0.5A
Netzteil Sekundärseite         15V/1.66A, (25W)        15V/2.67A (40W)
Netzteil ohne Stecker (LxBxH)  83mm x 35 x 51mm        125mm x 50mm x 31.5mm
Polarität Netzteilstecker      Innen +, Außen -        unverändert
Netzteilbuchse                 Hohlbuchse 5.5/2.1      unverändert

*) gemessen mit einem billigen Energiekostenmessgerät mit Anzeigegeauflösung 1W.

Beschreibung            Link
----------------------  --------------------------------------------------------------------------------------------
Anleitung               <https://www.grother.de/media/files/Aufbauanleitung-IV_11-Vers-4-18-04-24.pdf>
Stückliste, Schaltplan  <https://www.grother.de/media/files/Schaltung-St-ckliste-IV-11-Vers-4-mit-IV_1-04-01-24.pdf>
Schaltplan Antenne      <https://grother.de/dcf-modul-01.html>

Die Stromversorgung erfolgt über einen für diese Spannungs- und Stromstärke
üblichen Hohlstecker mit Außendurchmesser 5.5mm und Innendurchmesser 2.1mm.
Das mitgelieferte Steckernetzteil ist für ein Schaltnetzteil relativ groß
(sieht ähnlich aus, wie ein bei einem Heimnetzrouter mitgeliefertes).

Alle zu lötenden Teile mit Ausnahme _eines_ Optokopplers (Typ AQY212) sind
THT-lötbar. Der Optokoppler ist für ein SMD relativ groß und daher mit einem
üblichen Elektroniklötkolben und etwas Extravorsicht ebenfalls problemlos
bestückbar.

Die Firmware für die Uhr wird vorgeflasht auf dem Hauptprozessor (Typ AT89C52)
geliefert und ist meines Wissens nach proprietär ohne Quelltextverfügbarkeit.
Ich habe nicht versucht, sie aus dem Chip auszulesen.

Auf den Modulen für den Lichtsensor und den 5V DC-DC-Wandler befinden sich
SMD-LEDs, die im fertig aufgebauten Zustand leuchten. Der Bausatz sieht ferner
vor, dass man LEDs in den Abstandhaltern zu den vertikal stehenden Röhren
unterbringen kann, um die Röhren von unten zu beleuchten. Mitgeliefert werden
dazu je ein Satz blaue und regenbogenfarben-wechselnde LEDs, sodass man
wahlweise die eine oder andere Variante bestücken kann.

## Antenne

Die Antenne ist abgesetzt und findet in einem separaten, mitgelieferten
Kleingehäuse Unterbringung. Der Anschluss der Antenne an die Hauptleiterplatte
erfolgt mit einer USB-B-Buchse in proprietärer Belegung. Diese ist nicht zur
Verwendung mit anderen USB-kompatiblen Geräten gedacht, hat aber den Vorteil,
dass ein passendes Kabel für eigene Antennenvarianten einfach verfügbar ist.
Man sollte tunlichst vermeiden, „echte” USB-Geräte zu verbinden, um Schäden auf
beiden Seiten zu vermeiden.

![Wenig Platz im Antennengehäuse des Bausatzes](dcf77_vfd_roehren_bausatz_dcf77_melody_att/foto_antenne_kabel_dick.jpg)

Ins Antennengehäuse kommt eine im Rahmen des Bausatzes zu bestückende
THT-Leiterplatte, auf die neben einigen Einzeilbauteilen ein vorgefertigt
geliefertes DCF77-Empfängermodul (größten Teils SMT) mit verbundener
Ferritkernantenne bestückt wird. Die Platzverfügbarkeit im Kleingehäuse ist
beengt und schränkt die Rangierbarkeit des Anschlusskabels ein.

Im Test stellte sich das fertig aufgebaut gelieferte Antennenmodul als
mechanisch äußerst empfindlich heraus. Der Kupferdraht, der die
Ferritkernantenne mit der SMT-Leiterplatte verband, riss beim Zusammenbau an der
Antenne ab. Nachfolgende Versuche, das wieder zusammenzulöten scheiterten,
sodass eine unsaubere Lösung mit einer Aderendhülse gewählt wurde.

![Weißes Hütchen im Vordergrund markiert die Bruchstelle des Antennenspulendrahtes](dcf77_vfd_roehren_bausatz_dcf77_melody_att/foto_antenne_bruchstelle.jpg)

Vermutlich wurde aufgrund der dadurch veränderten Induktivität der Spule der
Schwingkreis verstimmt, sodass ein Empfang nachfolgend nur noch mit _sehr_
genauer Ausrichtung des Antennengehäuses und mit großem (> 30cm) Abstand von
allen anderen metallischen Gegenständen möglich war.

Eine Nachbestellung der Antenne wäre sicherlich möglich gewesen, ich entschied
mich jedoch für eine Eigenkonstruktion auf Basis eines anderen Antennenmoduls.

## Blockschaltbild, Links zu Datenblättern und Notizen zur Schaltung

~~~
┌──────────────────┐                    ┌───────────────┐ ┌────────────────┐
│ Eingangsspannung ├────────────────────│ Heizspannung -│─┤ Heizspannung   │
│ 12--15V; Soft-   ├────────────────────┤ IR2155        │ │ IR2155         │
│ Start mit FET    │                    └──┬────────────┘ └──┬─────────────┘
└───┬──────────────┘┌─────────────────┐ ┌──┴────────────┐ ┌──┴─────────────┐
    │               │ VFD-Treiber   2 ├─┤ Datumsanzeige │ │ Uhrzeitanzeige │
    │               │ LB1240 Segmente ├─│ IV-18 - - - - │─┤ IV-11 / IV-6   │
    │               └───┬───────────┬─┘ └──┬────────────┘ └──┬─────────────┘
┌───┴────────────┐  ┌───┴─────────┐ │   ┌──┴────────────┐ ┌──┴─────────────┐
│ DC-DC 44--48V  ├──┤ Lichtsensor ├─────┤ VFD-Treiber 5 │ │ VFD-Treiber  4 │
└───┬────────────┘  │ 35--39V *   ├─────│ LB1240 Gitter │─┤ LB1240 Gitter  │
    │               └─────────────┘ │   └──┬────────────┘ └──┬─────────────┘
┌───┴────────────┐  ┌───────────────┴─┐    │                 │
│ DC-DC 5V       ├──┤ Microcontroller ├────┘              ┌──┴─────────────┐
└───┬────────────┘  │ AT89C52         ├───────────────────┤ Decoder 74LS42 │
    │               └───┬─────────────┘                   └────────────────┘
┌───┴────────────┐      │
│ Externe        ├──────┘
│ Antenne DCF77  │
│ ZD auf 2.4V    │
└────────────────┘
~~~

*) Reduktion der 44--48V per Suppressordiode mit parallelgeschaltetem
Optokopplerausgang, der durch den Lichtsensor gesteuert wird, um abhängig von
der Umgebungslichthelligkeit die Anodenspannung an den Röhren zu reduzieren.

Komponente  Beschreibung und Datenblattlink
----------  ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
AT89C52     [8-bit Microcontroller with 8K Bytes Flash](https://ww1.microchip.com/downloads/en/DeviceDoc/doc0313.pdf)
LB1240      [Fluorescent Display Tube Driver](https://www.tautec-electronics.de/Datenblaetter/Schaltkreise/LB1240.pdf)
74LS42      [4-Line BCD to 10-Line Decimal Decoders](https://www.ti.com/lit/ds/sdls109/sdls109.pdf)
IR2155      [Self-Oscillating Half-Bridge Driver](https://www.infineon.com/dgdl/Infineon-IR2155-DataSheet-v01_00-EN.pdf?fileId=5546d462533600a4015355c8dec316b6)
LM2596      [LM2596 DC-DC Adjustable PSU Module](https://tpelectronic.ir/datasheets/20150123144301750.pdf)
LM393       [Low Offset Voltage Dual Comparators](https://www.onsemi.com/pdf/datasheet/lm393-d.pdf)
            (Kein Datenblatt zum eigentlichen Lichtsensormodul gefunden)
IV-18       [VFD-Röhre 8x7-Segment](http://www.tube-tester.com/sites/nixie/dat_arch/IV-18.pdf)
            [Original-Datenblatt auf Russisch](https://www.spark-tube.com/wp-content/uploads/2018/08/iv-18-datasheet.jpg)
IV-11       [VFD-Röhre 1x7-Segment](http://www.tube-tester.com/sites/nixie/dat_arch/IV-11_2.pdf)
            [Original-Datenblatt auf Russisch](https://www.spark-tube.com/wp-content/uploads/2018/08/iv-11-datasheet.jpg)
IV-6        [VFD-Röhre 1x7-Segment](http://www.tube-tester.com/sites/nixie/dat_arch/IV-6.pdf)

Kern der Steuerung ist ein Atmel-Microcontroller vom Typ AT89C52. An seinen
Ausgängen sind direkt zwei VFD-Treiber und ein dritter Treiber per Decoder
angebunden. Dabei wird ein Treiber für die Ansteuerung der Segmente und die
zwei Anderen für die Gitter genutzt, sodass ohne Verwendung von Schieberegistern
jedes Segment einzeln durch den Microcontroller adressiert werden kann.

Die unterschiedlichen Gleichspannungen werden per DC-DC-Wandler und Dioden
generiert. Die Wechselspannung für den Heizdraht der VFD-Röhren wird mittels
IR2155-Bausteinen erzeugt. Die Frequenz ist per Potenziometer verstellbar.

Zur Verringerung des Einschalstroms verfügt die Schaltung über eine
Anlaufstrombegrenzung, die durch einen in Reihe geschalteten MOSFET und einen
Elektrolytkondensator realisiert ist.

Aufbau
======

Für den Aufbau empfiehlt es sich, die Anleitung und den Schaltplan auszudrucken
und darin die geplante Bestückungsvariante zu kennzeichnen. Ich habe die
Anleitung vorher auch zweimal gelesen, damit ich eine Vorstellung davon bekam,
welche Schritte erforderlich sind.

Grundsätzlich ist die Anleitung an einzelnen Teilkomponenten (Hauptleiterplatte,
Antenneleiterplatte, Uhrzeitleiterplatte, IV-18-Erweiterung zur Datumsanzeige)
orientiert. Die Trennung nach Leiterplatten gibt dabei durchaus Sinn. Bei der
Bestückung innerhalb der Hauptleiterplatte habe ich aber versucht, statt der
vorgeschlagenen Reihenfolge, von vornherein alle „Kleinteile” zu bestücken, da
das Löten komfortabler ist, wenn noch keine größeren „Buckel” wie die USB-Buchse
oder die Step-Down-Regler abstehen.

Material für Drahtbrücken wird nicht explizit mitgeliefert. Wenn man aber
erstmal eine relevante Anzahl an Kleinteilen bestückt hat, kann man aus den
überschüssigen, abgeschnittenen Anschlussdrähten jedoch genügend
Drahtbrückenmaterial gewinnen.

Bei der Montage des 40-poligen IC-Sockels ist Vorsicht geboten: Ich hatte hier
ein einzelnes umgeknicktes Beinchen nicht bemerkt und musste das dann beheben,
nachdem schon mehrere der anderen Beinchen festgelötet waren.

Für meine Variante mit Datumsanzeige über die IV-18-Röhre lötete ich bei J1
die Brücke, sodass das Datum niemals auf der Uhrzeitanzeige erscheint, sondern
ausschließlich separat.

Die Einstellung der 44--46V am DC-DC Step-Up-Modul kann im bereits bestückten
Zustand erfolgen, da das Modul mit einer niedrigeren Spannungseinstellung (24V)
ausgeliefert wird, man also nicht Gefahr läuft, beim Einschalten einen Schaden
durch Überspannung hervorzurufen. Tatsächlich scheinen die 44V schon recht nahe
am „Maximum” zu liegen, was der Step-Up unterstützt.

In der Prüfvorschrift auf S.6 der Anleitung werden mit einem grauen Kringel
die Spannungen 35--39V markiert. Dieser graue Kringel taucht im Bild nicht auf,
kann aber in hinreichend dunklen Umgebungen an den rot markierten IC-Sockeln
gemessen werden. Bei mir war dieser Wert maßgeblich, die „Tagspannung” konnte
ich nur direkt am Ausgang des Step-Up messen.

Beim Bestücken der Röhren ist der Hinweis zum Kürzen der Anschlussdrähte sowohl
für die IV-11, als auch für die IV-6 und IV-18 hilfreich. Dabei muss man jedoch
darauf achten, nicht zu viel abzutrennen. Bei mir war es einfacher, nicht jeden
Draht gegenüber dem vorherigen zu kürzen, sondern dieses Schema nur bis zur
Hälfte (also bspw. 1..7 bei der IV-11) zu nutzen und anschließend die Anschlüsse
wieder länger werden zu lassen. Dann musste ich beim Einführen in die Löcher
auf der Leiterplatte zwar zwei Drähte gleichzeitig berücksichtigen, hatte dafür
aber in der Höhe mehr Spielraum und keine Probleme mit ungewollt wieder
herausrutschenden Drähten.

Die Identifikation der richtigen Drähte an der IV-18 fiel mir anfangs schwer,
da aus meiner Sicht alle daran befindlichen Drähte gleich lang sind.
Glücklicherweise enthält die Anleitung Widerstandswerte für die Heizdrähte, die
man dann per Multimeter „suchen” kann.

Bei der Bestückung der IV-18 bin ich etwas von der Anleitung abgewichen und habe
die Anschlussdrähte etwas länger als 2mm überstehen lassen und anschließend die
Kabel direkt an die Anschlussdrähte gelötet. Damit es nicht zu Kurzschlüssen
kommen kann, habe ich die Verbindungen dort einzeln mit kurzen
Schrumpfschläuchen geschützt. Dadurch verlängerte sich der „Wulst” an der IV-18
jedoch etwas.

Inbetriebnahme
==============

Zur Inbetriebnahme habe ich zuerst alle Stecker angeschlossen und dann das
Netzteil in die Steckdose gesteckt. Somit konnte ich verhindern, durch
Abrutschen versehentlich mit den offen zugänglichen > 40V auf der Leiterplatte
in Berührung zu kommen.

Anfangs hatte ich die Stecker an der IV-18 vertauscht, sodass nur Kauderwelsch
angezeigt wurde. Das ließ sich jedoch schnell beheben, sodass bis zur
1. Synchronisation der Startwert „00.00.2000” dargestellt wurde.

Mir fiel sofort auf, dass die Darstellung in den Röhren flimmerte. Dazu
empfiehlt die Anleitung, die Frequenz der Wechselspannung über die Potenziometer
zu verstellen. Das geht für die Uhrzeit- und Datumsanzeige separat. Es gelang
damit, eine kurzzeitig flimmerfreie Darstellung zu erzielen.

Nach einigen Stunden Betrieb flimmerte die Zeitanzeige aber erneut. Ich habe den
Eindruck, dass die Röhren erst auf „Betriebstemperatur” kommen müssen, bevor ein
Justieren über die Potenziometer Sinn ergibt. Durch erneutes Justieren nach etwa
einem Tag Betrieb konnte ich für die Uhrzeitanzeige schon ein gutes Ergebnis
erzielen. Die Datumsanzeige schien anfangs stabiler flimmerfrei zu sein, hat
aber mit Verzögerung ebenfalls ein leichtes Flimmern entwickelt (nach ca. 2
Tagen) -- hier konnte ich durch kurzzeitiges Öffnen des Gehäuses und Verstellen
des Potis nochmal erfolgreich nachregeln. Insgesamt ist das Einstellen mit den
kleinen Potis nicht einfach.

Das Poti am Lichtsensor zu verstellen brachte bei mir keine erkennbare Änderung,
die Spannung bleibt bei mir immer im „Nachtmodus”. Auf meinem Lichtsensormodul
befindet sich (anders als in der Anleitung abgebildet) eine Fotodiode statt
eines Fotowiderstands. Insgesamt scheint der Lichtsensor für meine Zwecke
zu unempfindlich zu sein.

![Fertig aufgebauter Bausatz im Testbetrieb „freistehend” auf einer Kunststoffunterlage, hier noch im Betrieb mit der Originalantenne (nicht dargestellt)](dcf77_vfd_roehren_bausatz_dcf77_melody_att/foto_bausatz_zusammengebaut.jpg)

Elektronische Änderungen bei meiner Variante
============================================

Auf der Startseite zum Bausatz (<https://grother.de/index.html>) steht fett:
„Bitte nur die im Bausatz enthaltenen Bauteile bzw. Module verwenden.”

Die hier gemachten Änderungen widersprechen also direkt den Anweisungen zum
Bausatz und sollten daher nur umgesetzt werden, wenn man bei dadurch
verursachten Ausfällen und Ähnlichem in der Lage ist, auch ohne Unterstützung
des Bausatzherstellers auszukommen. Außerdem könnten Garantieafragen nach
Abweichen von der Anleitung zu Recht abgelehnt werden!

Das nur als Warnung an alle, die mit dem Gedanken spielen, ebenfalls eine
„Variante” des Bausatzes zu realisieren.

## Deaktivierte Röhrenbeleuchtung

Da ich die VFD-Darstellung visuell möglichst „für sich” stehen lassen wollte,
bestückte ich zwar die LEDs in den Abstandshaltern, nicht aber den Widerstand
R18, sodass die LEDs in den Abstandshaltern bei mir rein zur mechanischen
Stabilität beitragen, indem sie das Verrutschen der Abstandshalter verhindern.

Aktuell stören im Gesamtbild noch etwas die hellen SMD-LEDs auf dem 5V
DC-DC-Wandler und der Lichtsensorleiterplatte. Vielleicht werde ich sie im Laufe
des Uhrenbetriebs noch mit etwas Isolierband überkleben?

## Alternatives Netzteil

![Mitgeliefertes Steckernetzteil](dcf77_vfd_roehren_bausatz_dcf77_melody_att/foto_netzteil_mitgeliefert.jpg)

Generell bevorzuge ich bei Geräten integrierte Netzteile gegenüber Externen, da
der zusätzliche Kasten immer irgendwo untergebracht werden muss oder benachbarte
Steckdosen blockiert.

Die mitgelieferte Bauform als Steckernetzteil eignet nicht besonders gut für den
Einbau in ein Gehäuse. Daher bestellte ich für den Einbau ein Netzteil mit einem
Eurostecker auf der Eingangsseite. Dieses ließ sich ins Gehäuse integrieren und
ist an sich schon mit Klasse II gut isoliert, sodass für die Gesamtkonstruktion
auch ein Netzkabel ohne Schutzleiter in Frage gekommen wäre. Ich entschied mich
dabei jedoch für die Variante mit Schutzleiter, sodass ein zukünftiger Austausch
ggfs. durch ein Netzteil der Klasse I (bspw. falls das vorhandene kaputt gehen
sollte oder ähnlich) nicht gleich ein komplett neues Kabel erfordern wird.

Als Netzteil wählte ich das Mean Well GSM40B15-P1J, welches die nötigen
elektrischen Eckdaten besitzt (15V, 2.67A, geringe Restwelligkeit, passable
Effizienz) und eine kompakte Bauform (LxBxH = 125mmx50mmx31.5mm) bietet.
Darüber hinaus wird es sekundärseitig bereits mit dem passenden Hohlstecker
in übereinstimmender Belegung mit den Erwartungen des Bausatzes (innen +)
geliefert. Nachteilig zu erwähnen ist der etwas hohe Preis von 33.99€
(Stand 2023/02) sowie der mit 65A recht hohe Einschaltstrom.

Wenn man ein Hutschinennetzeil in Betracht ziehen will, ist das MW HDR-30-15
ebenfalls eine interessante Alternative: Es bietet 15V/2A, Klasse II, ebenfalls
recht geringe Restwelligkeit, ähnliche Effizienz und einen geringeren
Einschaltstrom von 45A bei einem deutlich günstigeren Preis von 18.33€.

Noch günstiger (12.02€) bekommt man das MeanWell RS-25-15 mit 15V/1.7A und
Klasse I, welches mit 84% gegenüber 89% der anderen Netzteile aber eine
geringere Effizienz aufweist und welches als Industrienetzteilbaustein im
Gittergehäuse vor allem bzgl. der Kühlung auf bessere Luftzirkulation angewiesen
ist. Da ich mit einem komplett geschlossenen (eingeschränkt sogar wasserfesten)
Gehäuse arbeiten wollte, schied diese Variante für mich aus.

## Alternatives Antennenmodul

Nachdem ich das mitgelieferte Antennenmodul beim Zusammenbau bereits beschädigt
hatte, war die Entscheidung, nochmal nach alternativen Antennenvarianten zu
suchen, schnell getroffen.

Für Privatkunden ist der Markt für solche Antennenmodule relativ übersichtlich,
insbesondere wenn man die Verfügbarkeit eines Datenblattes mitberücksichtigt.
Ich konnte als relevante Varianten nur zwei passende Artikel finden:

Kennzahl               Reichelt DCF77 MODUL  ELV DCF-Empfangsmodul DCF-2
---------------------  --------------------  ---------------------------
Preis/€                15.20                 9.95
U/V                    1.2--5                1.2--15
Imax/µA                100                   3000
max. Einschwingzeit/s  65                    keine Angabe, 4?
Impulsbreite 0/ms      40--130               > 60 (typ. 95)
Impulsbreite 1/ms      140--230              > 150 (typ. 195)

Beim ELV-Modul ist der Kondensator für den Antennenschwingkreis direkt an der
Antenne befestigt und die Verbindung zur SMT-Leiterplatte erfolgt mittels einer
(verglichen mit den Antennendrähten selbst) robusten Litze. Darüber hinaus ist
der Schaltplan des Moduls im Datenblatt enthalten.

Daher fiel die Wahl auf das ELV-Modul. Insbesondere entspricht der Schaltplan
des ELV-Moduls zu einem Großteil dem, was beim im Bausatz mitgelieferten Modul
extern beschaltet wurde, vergleiche dazu die Schaltpläne in den folgenden
beiden Links:

 * <https://files2.elv.com/public/09/0916/091610/Internet/91610_dcf_empfangsmodul_dcf_2_ds.pdf>
 * <https://grother.de/dcf-modul-01.html>

Insbesondere die Schaltung der Kondensatoren, der Zenerdiode und des Transistors
weisen große Ähnlichkeiten auf, auch wenn sich die konkreten Werte etwas
unterscheiden. Einzig die LED mit Vorwiderstand und der C103 mit 10nF fehlen
im ELV-Modul, um die Kompatibilität mit dem Rest des Uhrenbausatzes
herzustellen.

![Minimalistische externe Beschaltung fürs ELV-Antennenmodul](dcf77_vfd_roehren_bausatz_dcf77_melody_att/schaltplan_antenne.png)

Die zugehörige minimalistische Schaltung skizzierte ich von Hand und baute sie
auf einer alten Streifenrasterplatine auf, die mit in ein neues, externes
Antennengehäuse kam.

![Die fertig verbaute Antenne im geschlossenen Gehäuse (mittig oben, graues Anschlusskabel)](dcf77_vfd_roehren_bausatz_dcf77_melody_att/foto_antenne_variante.jpg)

Als externes Antennengehäuse wählte ich ein etwas Größeres als das beim Bausatz
Mitgelieferte, um ausreichend Platz fürs Kabelmanagement zu haben. Zwecks
Kostenersparnis wurde dieses nicht wasserfest gewählt (keine Dichtung), sodass
auch problemlos ein kleines Loch für die LED gebohrt werden konnte, mit dem
man qualitativ die Empfangsqualität überwachen kann.

Bei der Wahl der Antenne habe ich Möglichkeiten zum Bezug „professioneller”
Antennen weitgehend außen vor gelassen, da diese oft nur an Geschäftskunden und
dann auch oft nur sehr teuer verkauft werden. Wenn man den Bausatz in diese
Richtung erweitern will wäre es ein interessanter Ansatz, einen Empfänger von
HKW zu besorgen -- einen solchen kann man als Privatkunde vielleicht hier
bekommen („DCF 77 High End-Empfänger”) -- Preis wohl auf Anfrage:
<https://die-funkuhr.de/html/funk-empfanger.html> (alternative URL?
<https://die-funkuhr.de/html/wlan.html>).

Stückliste Gesamtkonstruktion mit Preisen und Links
===================================================

In der folgenden Tabelle habe ich versucht, alle Verbrauchsmaterialien
aufzulisten, die ich für die Konstruktion meiner Variante des Bausatzes incl.
Gehäuse genutzt habe. Die Liste ist gruppiert nach Lieferanten und listet
die Lieferanten auf, von denen ich tatsächlich bezogen habe.

Je nach dem, wann man bestellt und ob man noch weitere Objekte in der Bestellung
hat, kann es sich lohnen, Teile auch von anderen Lieferanten zu beziehen.
Grundsätzlich empfehle ich, diese Liste eher als Inspirationsquelle zu
nehmen, als zu versuchen, diese Variante 1:1 nachzubauen. Damit kann man auch
Verfügbarkeitsproblemen wie bspw. der schlechten Lieferbarkeit des Gehäuses
entgegenwirken. Zum Gehäuse folgt im Anschluss an die Stückliste aber noch ein
dedizierter Abschnitt.

Lieferant     Anzahl  Beschreibung                     Stückpreis/€  Gesamtpreis/€  Bestellnummer mit Link
------------  ------  -------------------------------  ------------  -------------  --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
bauhaus.info  2       Flachstahlanker 2mm aka. Winkel  1.35          2.70           [4003984211130](https://www.bauhaus.info/flachwinkel/stabilit-beton-flachstahlanker/p/10677419)
bauhaus.info  2       Stuhlwinkel CA. / Winkel 80mm    0.90          1.80           [4003984200332](https://www.bauhaus.info/stuhlwinkel-treppenwinkel/stabilit-stuhlwinkel/p/10671477)
bauhaus.info  1*      100x Mutter M4 (DIN934 VZ)       2.55          2.55           [4024506267428](https://www.bauhaus.info/sechskantmuttern/profi-depot-sechskantmutter-vz/p/10825632)
bauhaus.info  1*      100x Federring M4 (DIN127 VZ)    2.10          2.10           [4024506267800](https://www.bauhaus.info/unterlegscheiben-dichtungsringe/profi-depot-federring/p/10827135)
bauhaus.info  1*      100x Schraube M4 (DIN7985 VZ)    3.80          3.80           [2020087922994](https://www.bauhaus.info/gewindeschrauben/profi-depot-gewindeschraube-vz/p/20087922)
conrad.de     1       MW GSM40B15-P1J Netzteil 15V     33.99         33.99          [1837965-62](https://www.conrad.de/de/p/mean-well-gsm40b15-p1j-tischnetzteil-festspannung-15-v-dc-2-67-a-40-w-1837965.html)
conrad.de     1       Gehäuse Fibox CAB PCQ 302017 T   114.99        114.99         [807785-62](https://www.conrad.de/de/p/fibox-cab-pcq-302017-t-wand-gehaeuse-installations-gehaeuse-300-x-200-x-170-polycarbonat-lichtgrau-ral-7035-1-st-807785.html)
conrad.de     1       Montageplatte Fibox EKIV 23      11.99         11.99          [792010-62](https://www.conrad.de/de/p/fibox-ekiv-23-montageplatte-l-x-b-x-h-170-x-270-x-1-5-mm-stahl-1-st-792010.html)
conrad.de     2       Ölflex Classic 110 3x0.5mm²      1.29          2.58           [601693-62](https://www.conrad.de/de/p/lapp-oelflex-classic-110-steuerleitung-3-x-0-50-mm-grau-1119753-1-meterware-601693.html)
conrad.de     1       Druckausgleichselement M12       4.29          4.29           [530149-62](https://www.conrad.de/de/p/wiska-evsp-12-druckausgleichselement-m12-polyamid-lichtgrau-1-st-530149.html)
conrad.de     5       WKK Befestigungssockel quadr.    0.15          0.75           [1553245-62](https://www.conrad.de/de/p/wkk-befestigungssockel-schraubbar-selbstklebend-5407-4fach-einfaedeln-natur-1-st-1553245.html)
conrad.de     1       Anschlusskabel H07BQ-F 3G1.5 5m  20.99         20.99          [551748-62](https://www.conrad.de/de/p/as-schwabe-70908-strom-anschlusskabel-orange-5-00-m-551748.html)
conrad.de     1       Kabelverschraubung M16 mit M.    3.49          3.49           [2379487-62](https://www.conrad.de/de/p/spelsberg-22741601-kabelverschraubung-schlagfest-mit-zugentlastung-mit-gegenmutter-m16-kunststoff-lichtgrau-1-st-2379487.html)
conrad.de     1       Versandkosten ab 59.95€ = 0      0.00          0.00            
elv.de        1       ELV DCF-Empfangsmmodul DCF-2     9.95          9.95           [091610](https://de.elv.com/dcf-empfangsmodul-dcf-2-091610)
elv.de        1       Antennengehäuse Stapubox ABS     2.15          2.15           [101662](https://de.elv.com/strapubox-kunststoff-gehaeuse-mit-lasche-co-4-abs-70-x-60-x-30-mm-grau-101662?fs=411826953&c=336)
elv.de        1       Schraubklemme AK500/3DS-5.0-V    0.42          0.42           [101227](https://de.elv.com/schraubklemme-ak5003ds-50-v-grau-printmontage-3-polig-101227?fs=3051098124)
elv.de        4       Distanzrollen DR 085 V0, L=5mm   0.02          0.08           [001744](https://de.elv.com/distanzrollen-dr-085-v0-laenge-5-mm-001744?fs=1016105878)
elv.de        1       Low-Current-LED 3mm gelb         0.39          0.39           [058356](https://de.elv.com/low-current-led-3-mm-gelb-058356?fs=2463272306)
elv.de        2       Kabelverschraubung M12           0.34          0.68           [127567](https://de.elv.com/kabelverschraubung-mbfo-12-127567?fs=2766921164)
elv.de        3       Metrische Gegenmutter M12        0.12          0.36           [127571](https://de.elv.com/metrische-gegenmutter-mgmo-12-127571?fs=2704602648)
elv.de        1       Versandkosten Best.-Wert. < 29€  3.99          3.99            
grother.de    1       IV-11/IV-6 DCF melody            98.00         98.00          [Pos.1.1](https://grother.de/preisliste-bestellung.html)
grother.de    1       IV-18 Datumsanzeige, 8 stellig   34.00         34.00          [Pos.1.4](https://grother.de/preisliste-bestellung.html)
grohter.de    1       Versandkosten (immer)            5.90          5.90            
reichelt.de   1       Quetschakabelschuh M4            0.05          0.05           [QS 1,5-4](https://www.reichelt.de/de/de/quetschkabelschuh-ringform-lochmass-4-3mm-qs-1-5-4-p24827.html?r=1)
reichelt.de   4       Kabeldriller mit Klebeplatte     0.27          1.08           [KAB-DRILLER SK1](https://www.reichelt.de/kabeldriller-innen-7-6-10-2-mm-natur-kab-driller-sk1-p144002.html?)
reichelt.de   1*      Schrumpfschlauch/Innenkleber     4.10          4.10           [SDK 20,0 SW](https://www.reichelt.de/schrumpfschlauch-mit-innenkleber-20-0mm-sdk-20-0-sw-p53821.html?)
reichelt.de   1       Versandkosten (immer)            5.95          5.95            
Vorrat        4       Schraube M2.5                                                  
Vorrat        4       Mutter M2.5                                                    
Vorrat        1       Eurokabel (230V Anschluss)                                     
Vorrat        1       3-pol Lüsterklemme                                             
Vorrat        N       Schrumpfschlauch dünn                                          
Vorrat        N       Lötzinn bleifrei                                               
Vorrat        N       Aderendhülsen                                                  
Vorrat        N       Streifenrasterplatine f.Antenne                                
Vorrat        N       Kabelbinder, verschiedene                                      

*) Deutlich größere Menge als benötigt, aber generell als Vorrat nützlich.
Vorrat := Wurde nicht extra für dieses Projekt eingekauft und daher auch nicht
in den Kosten erfasst.

 * Gesamtkosten 373.12€ davon 15.75€ Versand.
 * Aufbauzeit ca. 35h mit mittelmäßigem Werkzeug.
   Davon rein der Bausatz etwas weniger als die Hälfte.
   Angabe incl. Rüstzeit und Zeit zur Fehlerbehebung bei der Antenne und dem
   40-poligen IC-Sockel (siehe vorangegangene Abschnitte).

Gehäusewahl und -Konstruktion
=============================

Es gibt vielfältige Wege, den Bausatz mit einem Gehäuse zu versehen. Der
Anbieter selbst bietet ein „Acrylgehäuse schwarz, transparent mit Aluprofil
eloxiert, OpenSky” für 18€, bei dem die Röhren aus dem Gehäuse herausragen
(vgl. Bild des Anbieters: <https://grother.de/media/images/IV-11_IV-6.jpg>).
Außerdem gibt es zur Inspiration eine Galerie auf der Anbieterwebseite, die
verschiedene Gehäusevariationen zeigt, die Kunden für einen oder mehrere
der angebotenen Bausätze realisiert haben:
<https://grother.de/galerie-nixis-vfd-clocks.html>

Ich wollte die Uhr in der Küche aufstellen und die Elektronik vor dort
auftretenden Dämpfen und ggfs. verschütteten Getränken etc. schützen, sowie
die empfindlichen gläsernen Röhren vor mechanischen Schäden. Da die
Leistungsaufnahme und somit auch die Wärmeemission der Uhr geringer ist, als
ich bei Röhren erwartet hätte, kam ein komplett geschlossenes Gehäuse in Frage.

Für die Ablesbarkeit von VFDs ist es generell hilfreich, den Kontrast durch
Einbau hinter einer verdunkelten Scheibe zu erhöhen. Das ist bspw. bei typischem
A/V-Equipment mit (kleinen) VFD-Anzeigen oftmals durch eine rötliche Scheibe
realisiert.

Meine Anforderungen ans Gehäuse waren also folgende:

 * Komplett geschlossen
 * Verdunkelte Scheibe/Gehäusedeckel
 * Hinreichend Platz zur Aufnahme von Bausatz und Netzteil

Schaltgehäuse mit Montageplatte, wie sie in industriellen Umgebungen oder auch
draußen zum Einsatz kommen, scheinen dafür ideal zu sein.

Bei der Recherche nach Gehäusen fand ich eine große Auswahl an Varianten beim
Conrad. Hier eine Auswahl der gefundenen Gehäuse:

 * [Fibox PC 200/175 XHT](https://www.conrad.de/de/p/fibox-pc-200-175-xht-installations-gehaeuse-255-x-180-x-175-polycarbonat-polyamid-lichtgrau-ral-7035-1-st-451693.html)
   -- 73.99€ zzgl. Montageplatte 8.49€, 255x180x175mm --
   Bei diesem Gehäuse gefällt mir das Design nicht so gut. Außerdem wäre der
   Platz darin recht eng geworden, es hätte aber vsl. alles reingepasst. Es ist
   die kostengünstigste Variante für ein internes Netzteil, die ich in
   Betrachtung gezogen habe.
 * [Fibox CAB PCQ 302017 T](https://www.conrad.de/de/p/fibox-cab-pcq-302017-t-wand-gehaeuse-installations-gehaeuse-300-x-200-x-170-polycarbonat-lichtgrau-ral-7035-1-st-807785.html)
   -- 114.99€ zzgl. Montageplatte 11.99€, 300x200x170mm --
   Dieses Gehäuse habe ich am Ende gewählt, weil mir das Design mit den blauen
   „Schrauben” an den Gehäuseecken gut gefällt.
 * [Spelsberg GEOS-L 303-18-to](https://www.conrad.de/de/p/spelsberg-geos-l-3030-18-to-wand-gehaeuse-300-x-300-x-180-polycarbonat-1-st-2269716.html)
   -- 114.99€ zzgl. Montageplatte 23.99€, 300x300x180mm --
   Auch dieses Gehäuse hat ein ansprechendes Industriedesign, allerdings
   ist es von der Größe her reichlich überdimensioniert, sodass das
   Gesamtergebnis sehr wuchtig geworden wäre. Die zusätzlichen 10cm Gehäusehöhe
   gegenüber dem gewählten Gehäuse wären trotzdem nicht verschenkt,
   denn eine höhere Scheibe erhöht durchaus den Einblickwinkel: Man kann dann
   auch noch aus ziemlich flachen Winkeln „von oben” auf die Uhr gucken, wenn
   das Gehäuse bspw. auf der Arbeitsplatte steht und man sich dann direkt davor
   stellt. Mit IK09 ist dieses Gehäuse nochmals stabiler als die gewählte
   Variante (IK08), allerdings sind beide Stoßfestigkeitsgrade für den
   Hausgebrauch deutlich überdimensioniert.
 * [Rittal PK 9524.100](https://www.conrad.de/de/p/rittal-pk-9524-100-installations-gehaeuse-360-x-254-x-165-polycarbonat-lichtgrau-ral-7035-1-st-524371.html)
   -- 119.99€ zzgl. Montageplatte 27.99€, 360x254x165mm --
   Dieses Gehäuse hat eine Bauform, bei der die Netzteilwahl und -Montage
   vielleicht anders hätte ausfallen können, da es in der Breite deutlich
   mehr Platz bietet. Generell habe ich bei der Gehäusewahl die
   Stahlmontageplatten bevorzugt, für dieses Gehäuse bietet Conrad mir aber nur
   die Kunststoffvariante an, die mit 27.99€ durchaus teuer ist. Obwohl ich
   sie aus Stabilitätserwägungen eher nicht bevorzugen würde, böte eine
   Kunststoffmontagplatte auch wieder Raum für Überlegungen, die Antenne
   vielleicht doch ins Gehäuse zu integrieren (ohne Metallplatte => weniger
   Empfangsstörungen). Eine solche Variante zog ich allerdings nicht aktiv in
   Betracht.

Nachdem ich mich für das „CAB PCQ 302017 T” entschieden hatte und damit die Maße
genau festgelegt waren, fertigte ich Zeichnungen in Grund- und Aufriss im
Maßstab 1:1 an, um zu prüfen, dass die angedachte Belegung durch Bausatz und
Netzteil auch tatsächlich ins Gehäuse passen würde.

![Zeichnung der Gehäusebelegung im Aufriss](dcf77_vfd_roehren_bausatz_dcf77_melody_att/zeichnung_aufriss.png){width=29.47368cm}

![Zeichnung der Gehäusebelegung im Grundriss](dcf77_vfd_roehren_bausatz_dcf77_melody_att/zeichnung_grundriss.png){width=29.16667cm}

Die Zeichnungen sind schematisch aufgebaut, insbesondere der Grundriss
lässt einige Elemente weg, die symmetrisch oder „eh klar” sind. Bei der
Darstellung im Aufriss ist oben rechts noch die Extraleiterplatte für die
eigene Antennenvariante eingezeichnet, die ich am Ende nicht im Hauptgehäuse,
sondern im Antennengehäuse untergebracht habe. Auch die Darstellung zur
Stromversorgung ist auf der Zeichnung noch in einem früheren Stadien: Damals
hatte ich noch vorgesehen, die 230V mittels eines Steckers ins Gehäuse zu
führen. Aus Robustheits- und Kostengründen entschied ich mich am Ende aber
für die (nach außen gesehen) „feste Verdrahtung”.

Damit ist der Aufbau folgender:

An der Montageplatte werden unten zwei Winkel befestigt. Auf die Winkel kommen
Schrumpfschläuche zur Rutschhemmung (bessere Alternativen sind natürlich
denkbar). Auf die Schrumpfschläuche kommt das Netzteil und wird mit Kabelbindern
fixiert.

Die Montage des Netzteils ist nahe an der Montageplatte, um einen günstigen
Schwerpunkt, passable Kühlung und maximale Platzverfügbarkeit zu erreichen.

![Die Anschlusskabel benötigen einen gewissen Bauplatz](dcf77_vfd_roehren_bausatz_dcf77_melody_att/foto_bausatz_draufsicht_anschlusskabel.jpg)

Zwei weitere Winkel dienen als Ausleger, auf denen der Bausatz mittels
isolierter Abstandshalter und Schrauben befestigt wird. Die Montage
erfolgt so, dass der Bausatz sich möglichst nahe an der Scheibe befindet, um
eine gute Uhrzeit- und Datumsablesung zu ermöglichen. Außerdem wird der
Platz richtung Montageplatte benötigt, um die Steckerlänge für die
am Bausatz einzusteckenden Hohl- und USB-Stecker aufzunehmen. Daher ist auch
eine vergleichsweise große Gehäusetiefe erforderlich. Die Alternative hierzu
wäre die Kombination eines flacheren Gehäuses mit abgewinkelten
Steckern für Stromversorgung und USB. Eine weitere Variante wäre es,
die Kabel direkt auf die Hauptleiterplatte zu löten.

Auf die Montageplatte kommt eine 3-Pol-Lüsterklemme zur Anbindung der
externen Antenne. Somit könnte das Verbindungskabel zwischen Uhr und Antenne
im Nachhinein ausgewechselt werden, da auf beiden Seiten hinter den
Kabelverschraubungen jeweils Schraubverbindungen kommen, um die einzelnen
Adern „aufzulegen”.

Die 230V-Leitung wird über ca. 20cm abisoliert und die Erdung auf die
Montageplatte gelegt. Phase und Neutralleiter werden verkürzt und mit
einem 2-adrigen Kabel verbunden, an dessen Ende sich der Eurostecker fürs
Netzteil befindet. Die Leiter werden mit schmalen Schrumpfschläuchen
einzeln isoliert, der gesamte Übergang, in dem der Außenmantel der Kabel
fehlt wird nochmal von einem dicken Schrumpfschlauch ummantelt, sodass an
dieser Stelle (theoretisch sogar bei geöffnetem Gehäuse) bereits eine
doppelte Isolation gegeben ist.

Fazit
=====

![Fertige Gesamtkonstruktion (leider ist keine bessere Fotoqualität verfügbar)](dcf77_vfd_roehren_bausatz_dcf77_melody_att/foto_gesamtkonstruktion.jpg)

Der Zusammenbau des von der Beschreibung her durchaus komplexen Bausatzes ging
erstaunlich gut und mit wenigen Fehlern von der Hand. Für das Gelieferte ist der
Bausatz preislich absolut angemessen. Etwas schade ist, dass die Firmware nicht
frei verfügbar ist.

Ich könnte mir nämlich vorstellen, durchaus auch mal ein eigenes
DCF77-VFD-Projekt ohne fertigen Bausatz zu realisieren. Dazu sind
funktionierende Beispiele immer als Inspiration interessant. Außerdem wäre es
interessant, zu verstehen welches Antennensignal die Firmware genau erwartet und
wie die Synchronisation mit dem DCF77-Zeitsignal genau realisiert ist. So konnte
ich bspw. einmal beobachten, dass beim Tageswechsel (23:59, 00:00, 00:01) das
Datum noch auf dem alten Wert stehen blieb. Ohne Quelltext lässt sich aber nur
mutmaßen, wie die Beobachtung genau zu interpretieren ist.

Der mechanische Aufbau eines passenden Gehäuses ist in Aufwand und Preis nicht
zu unterschätzen, gelang aber (auch dank guter Qualität der Komponenten)
nach Plan, nachdem ein geeignetes Gehäuse ausfindig gemacht werden konnte.

Im Hinblick auf die Notwendigkeit, Energie zu sparen wo es geht, sind VFD-Uhren
keine gute Lösung. Es ist also empfehlenswert, alternative Anzeigevarianten
wie LCD (sehr sparsam), LED 7-Segment (vernünftige Standardlösung), OLED
(moderne Lösung) oder Nixie/Panaplex (nicht viel sparsamer als VFDs) weiterhin
im Blick zu behalten.

Am Ende ist es wohl hauptsächlich eine Geschmacksfrage oder die Frage, ob
moderne, handyverbundene Menschen überhaupt noch dedizierte Uhren brauchen --
ich jedenfalls schon :)
